Woche 1

Das Wetter am Ankunftstag war auf dem Festland herrlich, auf Texel hingegen gab es leichte Schleierwolken, was beim Fotografieren aber nur förderlich ist und dafür sorgt, dass keine Überstrahlungen entstehen. So entstanden schon gleich am Ankunftstag ein paar schöne Fotos.

Am Sonntag allerdings schlug das Wetter um, und frühmorgens war alles grau in grau. Für Fotos der Brandseeschwalben reichte das Licht, und der Austernfischer ging sogar baden.

Gegen 11 Uhr fing es ordentlich an zu regnen, und der Regen hielt bis zum Nachmittag an.

Am nächsten Tag herrschte den ganzen Tag bei in der Spitze 20° herrlichstes Frühsommerwetter. Gute Voraussetzungen, die dafür sorgen , dass in den nächsten Tagen viele Säbelschnäbler schlüpfen werden.

Das Rohrweihenpaar hat mich Sitzfleisch gekostet.Gegen 14.30 Uhr und gegen 16 Uhr wurde Futter in der Luft übergeben, danach war bis 19.30 Uhr  Pause. Gegen 19 Uhr wurde auch das Weibchen ungeduldig und stieg für einen kurzen Überflug auf. Sie wollte wohl kontrollieren,ob das Männchen nicht vielleicht irgendwo faul herumsitzt*ggg*.Ich musste dann  dringendst aufhören, aber das Licht war auch inzwischen für schnelle Auslösezeiten zu gering geworden. Die Rohrweihen flogen in ca.200m Entfernung.

 

Der nächste Tag versprach wieder ein frühsommerlicher zu werden.Kurz vor 7 Uhr fuhr ich in der näheren Umgebung langsam die Straßen ab, immer ausschauhaltend nach Motiven. Das erste lief mir gleich im Dreierpack vor dem Auto her und sprang dann in die Wiesen.Einer von ihnen verstand es, sich ins rechte Licht zu rücken.

Anschließend entdeckte ich einen Austernfischer, der sich sein Frühstück aus einem Acker zog.

Gleich gibts Ärger,der Stockentenerpel kam der Brandgans zu nah.

Auch die Uferschnepfe suchte im Gras nach Essbarem und kam mir immer näher,für ein Foto aus dem Auto eigentlich schon zu nah, denn die Perspektive war nicht mehr ideal; außerdem war die Lichtquelle von der Seite ungünstig. Ändern konnte ich das aber nicht, da das Gelände nebenan gesperrt war.

Pfähle sind eine beliebte Sitzwarte, auch der Steinschmätzer nutzte ihn als Ausguck.

Die Kiebitzmama suchte aufgeregt rufend ihr einziges Junges, das die Umgebung schon allein erkunden wollte und ihren Rufen selten folgte. Ich bekam sie nie gleichzeitig auf ein Foto.

In der Mittagszeit war ich am herrlichen Sandstrand, den man genießen könnte,wenn da nicht der stramme Wind mit Windstärke 4-5 wäre.Man muss ständig aufpassen, dass nicht die Kappe vom Kopf fliegt.Schnell den Krabbenfänger festhalten, und dann nix wie weg.

Am Nachmittag vebrachte ich dann wieder 4 Stunden bei den Rohrweihen.Viel brachte das Männchen nicht zur Fütterung mit,man konnte die Beute in den Fängen nur erahnen.

Allein diese Pose war es wert, am Abend nochmal loszufahren. Leider bemerkte ich nicht, dass die Kamera noch auf ISO 100 vom Mittag stand, so dass dem Foto ein Hauch Schärfe fehlt.

Die Kornweihe entdeckte ich am rechten Grasrand, wie sie Beute machte. ich drehte in einiger Entfernung den Wagen und fuhr langsam zurück. So nah ließ sich mich allerdings nicht ran, flog aber nur ca.30 Meter ins Gelände, um dort ihre Mahlzeit einzunehmen.

Anschließend hatte ich die Idee, die Säbelschnäbler mal im abendlichen Gegenlicht zu fotografieren.Als ich vor Ort war,blieben mir allerdings kaum mehr als 5 Minuten, da sich eine Wolkenfront vor die Sonne schob. Ich legte mich bäuchlings ins Gras, das Objektiv auf den Sandsack, und so einstanden ein paar schnelle Foto in feinster Perspektive. Gut, dass ich allein war und mir niemand beim Aufstehen zusah.Morgens kann ich diese Aktion noch nicht bringen, da meine Gelenke nicht so Recht wollen,außerdem gibt es zuviele Zuschauer.

Dieser Tag bescherte mir so manches Motive, kostete Kraft und Energie, so dass ich den nächsten Tag mal eine Auszeit nahm, und unter Anderem das schöne Wetter in einer fast windgeschützten Ecke genoss, ein Buch las und diesen Artikel ergänzte. Das Schöne an so einem Auszeittag ist, das man endlich auch mal wieder genügend trinken kann. Wenn ich unterwegs bin, ist das nicht der Fall, weil das anschließende Entsorgen schwierig ist, weil die entsprechenden Örtlichkeiten fehlen.

Bei der Bildbearbeitung bin ich mir nicht ganz sicher, ob alles so einigermaßen passt, denn ich arbeite am Laptop.

Ein ganz fotoloser Tag wurde es dann doch nicht, denn am Abend zog es mich noch zu einer anderen Rohrweihe, die sich auch sogleich zeigte.

Heute Morgen bei der vergeblichen Suche nach der Sumpfohreule stieß ich auf diese Besonderheit auf Texel…ein einzelner Trauerschwan im leichten Gegenlicht.

Bei den Säbelschnäblern auf der Muschelbank am Wagejot herrschte noch Ruhe, die aber nicht lange anhielt.

Ist das noch jemand paarungsbereit? auszuschließen ist es nicht, denn ich habe noch eine Paarung beobachten können.

Dieser Flussseeschwalbe gefiel wohl der Brutplatz der Säbelschnäbler nicht, er flog ständig Angriffsflüge, und es war gar nicht leicht, ihn festzuhalten. Die weißen Punkte im Hintergrund sind brütende Möwen.

Hier wird gekuschelt, ein Küken ist bereits geschlüpft, bei den anderen dauert es wohl noch ein wenig.

Diese Flussseeschwalbe hat mal eine besondere Mahlzeit gefangen.

Die Säbelschnablereltern kümmern sich sehr um ihren wohl erst vor Kurzem geschlüpften Nachwuchs.Die Kleinen konnten sich kaum auf den Beinen halten.

Der kleine Einzelgänger hält schon seine erste Schwimmstunde ab. Die Eltern lockten ihn von einem Ufer zum nächsten.

In der Nacht zum Freitag…oh wie die Zeit vergeht…hörte ich bereits, wie der Wind ums Haus pfiff. Heftig, heftig, was soll das am Tag werden? Und richtig, am Tag kam der Sturm so richtig in Fahrt. Flugaufnahmen bei den Brandseeschwalben waren echte Glücksache, denn kaum hatte man sie im Sucher, trieb sie der böige Wind auch schon wieder weg. Ein paar Treffer konnte ich trotzdem laden.

Außerdem ist es schwierig, sie mal einzeln zu erwischen, da sie sehr dicht gedrängt in ihrer Kolonie sitzen.

Was mir auffiel: das Licht war schon um kurz nach 7Uhr sehr hart, eine Herausforderung auch für die Nachbearbeitung. Deshalb wollte ich eigentlich am Wagejot gar nicht mehr fotografieren…muss ich eben noch früher aufstehen,um besseres Licht nutzen zu können…aber ich wollte doch mal die neue Kamera am 400er DO ausprobieren,und die Nähe der Muschelbank ist ja auch wirklich genial.

Die 5dMKIII hat sich bei den Streitereien der Säbelschnäbler untereinander und mit einer aggressiven Flussseeschwalbe bestens geschlagen. Bereits die 5dMKII war eine super Kamera, die wir ja eigentlich nicht mehr hergeben wollten, aber als die Nachfolgerin mit einem besseren AF rauskam,konnte ich…oder kann ich „wir“ sagen*ggg*… nicht widerstehen, hab noch eine aus einem Bundle ergattert, um sie hier benutzen zu können. Glück gehabt, denn der Nachschub an Kameras stockt derzeit.

Trotz des harten Lichts bin ich anschließend bis ca.9.30 Uhr bei den Säbelschnäblern geblieben und habe nebenbei mit einem Hamburger Naturfotografen geplauscht.

Bei meiner Ankunft am Samstag brüteten die meisten Säbelschnäbler noch, inzwischen sind die Jungen bei einigen geschlüpft. Sie werden gut behütet, manchmal auch schon alleingelassen, verteidigt, lernen das harten Leben in der Kolonie inklusive Streitigkeiten und Angriffe kennen, haben…kaum das sie gehen können…ihre ersten Schwimmstunden, die sie besser meistern als ihre Lauffähigkeiten. So mancher Stolperschritt endet auf der Muschelbank mit einer Bruchlandung.

Auch der Regenpfeifer lieferte sich heiße Kampfszenen.

Der kleine Säbelschnäbler war ganz erschöpft von seinem Ausflug.

Eigentlich kann man sich von den Szenen dort gar nicht losreißen. Wenn man mit einem Wohnmobil unterwegs ist, könnte man hier den ganzen Tag verbringen, und es würde nicht langweilig.Auperdem muss ja auch nicht immer ein Foto entstehen,auch das Erlebte zählt. Erst als der Magen nach Frühstück rief, fuhr ich zurück zur Ferienwohnung, um ein riesiges Rosinenbrötchen zu essen und endlich was zu trinken. Das wird bei solchen Fototouren mangels Örtlichkeiten sehr vernachlässigt.

Stimmungsvolle Fotos der Muschelbankbewohner im Gegenlicht sind am Abend entstanden. Da wird nochmal das Gefieder gepflegt , letzte Blicke auf das Gelege geworfen und einfach nur geruht.

Hier noch 2 Arbeitsfotos, der Naturfotograf, der neben mir saß, stammt aus Hamburg. Auch mein Sitzgelegenheit erkennt man hier ganz gut, ebenso, wie nah gelegen die Muschelbank ist. Die brütenden Säbelschnäbler haben die Nähe der Fotografen hingenommen. Sobald aber die Jungen geschlüpft waren, entfernten sie sich ein wenig.

Kontrolle muss sein

Damit geht eine fotoreiche Woche zuende.

Woche 2

4 Kommentare zu Woche 1

  1. edeltraud sagt:

    Hallo, sehr interessant deinen Bericht zu lesen. Ist doch schon eine ganze Menge los auf Texel. Herrlich die vielen schönen Erlebnisse und die Aufnahmen davon. Ein dickes Kompliment von mir für Bericht und Aufnahmen.
    lg edeltraud

  2. Matthias Schulte sagt:

    Moin Maria;
    Da hast Du ja eine gute Ausbeute von Deinem Texel – Tripp mitgebracht!
    Deine Geduld wurde reichlich mit sehr guten Fotos belohnt. Sehr schön wie Du die Fotos mit dem Reisebericht verknüpfst.

    Vielen Dank auch für Deine Anmerkungen zu meinen Fotos in der FC.

    LG von der Insel Föhr
    Matthias

  3. Gabi sagt:

    wow. was für wahnsinnige tolle Tierfotos! Texel scheint ein genialer Ort dafür zu sein?
    Ich bewundere Deine Geduld! Ich weiss, wie schwierig solche Aufnahmen sind!

    herzliche Grüße
    von Gabi (wieder aus Schottland daheim…)

  4. Maria sagt:

    Hallo Gabi,
    ja, Texel ist wirklich ein lohnenswertes Ziel.
    LG Maria

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