Woche 2

Ich beginne die 2.Woche mit den Fotos, die ich im Restaurant Molenbos gemacht habe. Ich liebe es, dort essen zu gehen, denn es gibt wirklich frische Küche und jeden Tag eine neue Menükarte mit jeweils 2 Vorspeisen, 2 Hauptgängen und 2 Nachspeisen, frei kombinierbar. Für mich als Vorteil zu sehen ist , dass ich auch nur 1 Vorspeise und Nachspeise oder auch nur einen Hauptgang wählen kann, es ist also sehr flexibel gehalten. Der Kellner Leon spricht deutsch, übersetzt  die angebotenen Speisen und ist überhaupt sehr nett und zuvorkommend wie auch seine Kolleginnen.

Vorweg gibt immer einen Gruß aus der Küche, z.B. 1 Scheibe Wildschweinschinken auf einem salzigen Keks garniert oder Tomato Concassé mit Eierschaum. Leider vergaß ich oft, auch diese Leckereien zu fotografieren,bzw. es fiel mir erst ein, nachdem ich schon drin rumgerührt hatte…sieht dann nicht mehr so toll aus. Aber die Hauptgänge habe ich mit der kleinen Canon S100 festgehalten.

Einmal wählte ich nur den Hauptgang „Gegrillte Gambas mit gebratenem Chinakohl und eine Kugel Kartoffelpüree, dazu gab es einen Rote Betesalat mit Rauke, Pommes und Majo.

Beim nächsten Mal genoss ich einen Wattenmeergarnelencocktail und 3 Kugeln Eis ( Erdbeer, Kirsch u. After Eight) vom hiesigen Hersteller, den ich Nachmittags auch gern mal aufsuche.

Gern halte ich mich gegen Abend oder bei dem derzeit herrschenden Sonnenschein am Abend bei den Rohrweihen in der krautig und mit Sträuchern wie z.B.Weißdorn und Sanddorn bewachsenen Dünenlandschaft auf. Während man auf das Auftauchen der Weihen wartet, schweift der Blick immer wieder von rechts nach links, um ja nichts zu verpassen. Und plötzlich fällt mein Blick auf etwas Rotes in weiter Ferne. Eine Katze??? Tatsächlich, eine rot-weiß gezeichnete Katze treibt sich hier umher, weit entfernt von der Siedlung. Beute gibt es genug, halten sich doch sehr viele Vogelarten in der Dünenlandschaft auf. Leider sind sie sehr scheu, und nur ab und zu gelingt ein Schnappschuss.

Dann plötzlich  taucht die männliche Rohrweihe mit Beute auf. Nach der Übergabe, die ich nicht festhalten kann, weil sie zu entfernt stattfindet, erkenne ich, dass es heute wohl Froschschenkel geben wird*ggg*. Wäre der Wind nicht so stark gewesen, hätte ich das Stativ draußen aufbauen können, und die Reichweite wäre eine bessere gewesen. So muss ich leider vom Autofenster aus mit dem auf einem Bohnensack aufgelegten 600er + 1.4x Konverter fotografieren.

Beim letzten Foto saß das Problem mal hinter der Kamera. Ich hatte übersehen, dass die Zeit auf 1/800 sec gesunken war. Damit bekommt man natürlich keine scharfen Flugaufnahmen hin. Es ist aber auch gar nicht so einfach. Fotografiert man in den Himmel, liegt die Zeit bei 1/2000 sec. Sobald aber die Bewaldung im Hintergrund auftaucht, schießt die Zeit nach unten.

Das Licht am Abend war wieder perfekt, also fuhr ich zuerst zu den Rohrweihen, stand dort aber vergeblich. Einmal kam die weibliche Weihe vom heftigen Wind getrieben und schoss pfeilartig zum Versteck…keine Chance für mich.

Anschließend führte mich der Weg wieder zum Wagejot. Dort hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art: Ein Säbelschnäblerpaar wollte sein Junges ins Wasser begleiten, als dieses plötzlich von einem anderen Schnäbler angegriffen wurde. Die Eltern machten Radau,während das Kleine an Land taumelte, um Schutz zu suchen. Und da war es ihm egal, bei wem es ihn fand.Schnurstracks wankte es auf eine brütende Flussseeschwalbe los. Diese wusste gar nicht wie ihr geschah, denn der kleine Säbelschnäbler drängelte so lange, bis sie ihn unter das Gefieder kriechen ließ. Komischerweise gab es keine suchenden Elternteile.So blieb der Kleine als bei seiner Adoptivmama. Es gab dann einige witzige Szenen, die ich mir aber nur ansah.Zum Beispiel drängelte der Kleine so stark, dass er die Flussseeschwalbe nach hinten umwarf.

Ich bin gespannt, wie es morgen weitergeht.

Der Pfingstsonntag fing bestens gut an: nur ein leichter Wind wehte, als ich um 7 Uhr aufstand. Gute Voraussetzungen, um vom Stativ aus zu arbeiten. Also ab zum Blaukehlchen.   7.30 Uhr da, 8.45 Uhr alles im Kasten…so ist fein*freu*.

Bleibt also noch Zeit für das Wagejot. Ich muss doch nachschauen, was der kleine Säbelschnäbler macht. Auf dem Weg dorthin erwischte ich den Löffler beim Beute machen.

Eine Schwanenfamilie zeigte den jungen Schwänen, wie man Futter sucht.

Bei der Muschelbank angekommen, sah ich sofort nach dem Säbelschnäbler. Und tatsächlich, er war noch bei seiner Adoptivmama. Allerdings sah man ihm an, dass er geschwächt war. Als eine andere Säbelschnäblerfamilie ins Wasser wollte und die Erlternteile abwechselnd riefen, kamen ihm die Stimmen offensichtlich bekannt vor, und er wollte sich anschließen. Aber da kannte er seine Adotivmama schlecht: sie stupste ihn mit dem Schnabel wieder zurück. Wie das wohl weitergeht, er braucht doch Futter.

Beim nächsten Foto ging es mir eigentlich um die jungen Möwen. Aber genau im Moment des Auslösens flog mir eine Möwe mit Futter ins Bild…find ich aber gar nicht so schlecht.

Da das Licht inzwischen doch sehr hart war, fotografierte ich noch ein paar Kampfszenen, die ich später mal in einer anderen Galerie zeigen werde.

Auf dem Rückweg konnte ich dann noch den AF der 5dMKIII ausgiebig testen, denn die herumfliegenden Uferschnepfen musste ich auch noch fotografieren.

Die Speisen der letzten Tage :

Als Gruß aus der Küche ein Miniwraps mit Gurke und Lachs( kein Foto) ,Carpaccio und Crème brûlée, und am nächsten Abend als Amuse-Gueule Erdbeersüppchen mit Sahnehaube, Spicy Gambas und Mango Mousse…lecker!

Der nächste Tag begann total neblig, und die Sonne kam nur zögerlich mal durch. Nachmittags war alles in helles Grau getaucht, ab und zu mal setzen sich ein paar Sonnenstrahlen durch.

Mir gefielen die Strukturen des Wattenmeeres, auch die Mühle lag noch in einer leichten Dunstschicht.

Gleich 2 Fasane präsentierten sich an unterschiedlichen Orten im Kartoffelfeld, allerdings im Gegenlicht, was aber wegen des Nebels nicht so schlimm war.

Dieses Jahr gegegnen mir auffallend viele Katzen in der Dünenlandschaft.Auch diese war mindestens 2 km von ihrem Heim unterwegs.

Der Austernfischer ruhte sich in den Dünen aus, genau wie die Brandgans. Alle Fotos spiegeln ein wenig das trübe Wetter wieder, mein Kopf auch,der spürt sogar die anstehende Wetterveränderung.

Den kleinen adoptierten Säbelschnäbler konnte ich nicht mehr entdecken. Dafür aber jede menge Fotografen am Wagejot. Was für ein Gewimmel, gut, dass ich dort mit den Fotos durch bin.

Das Abendessen bestand aus:

Gruß aus der Küche: Lachsscheibe in Wasabimayonnaise

Hauptgang :Texel Seezunge mit Böhnchen, 1 Bällchen Kartoffelpüree, Pommes und Salat und als Nachspeise 3 Kugeln Eis mit Sahne und Vanillesauce

Auf Texel scheint die Schönwetterzeit ihr Ende gefunden zu haben.Grau in grau wie der Tag begann endet er auch.

Nachdem am nächsten Tag gegen Mittag das einheitliche Grau der Sonne gewichen war, fuhr ich los, um mal ein paar typisch hollandische Häuschen in Oudeschild zu fotografieren.

Anschließend fuhr ich bei den Brandseeschwalben vorbei Richtung Wagejot.

Zuvor traf ich noch einen Austernfischer mit mindestens 2 Jungen.

Eigentlich fotografiert man ja um die Mittagszeit nicht, weil das Licht viel zu grell ist. Aber die Säbelschnäblerfamilie mit 6 Jungen faszinierten mich dann doch. Sie wuselten dermaßen durcheinander hin und her,kreuz und quer, dass es mir in Bauchlage schwer fiel,ihnen zu folgen, um den Moment abzupassen, wo sie auch einen Blink im Auge haben, ist mir wohl auch nicht gelungen.Ihr Augen sind aber auch winzig.

Das erste Foto entstand mit der 5dMKIII und dem 70-200/2.8. Es ist ein Ausschnitt von 5760 x 3840 auf 978×652 und anschließend eine Verkleinerung auf 600×400.Ich finde die Qualität beachtlich!

Die nachfolgenden Fotos entstanden dann wieder mit der 1dMKIV und dem 600er mit 1.4x Konverter.

Den adoptierten Säbelschnäbler konnte ich nicht entdecken, obwohl die Flussseeschwalbe ganz kurz aufgestanden war. Aber…

Im DForum sah ich ein Foto des Kleinen. Gestern Morgen hatte ihn ein anderer Fotograf zusammen mit der Flussseeschwalbe fotografieren können, so dass die Hoffnung meinerseits besteht, dass er sich eventuell dieser großen Familie angeschlossen hat, denn sie hatten insgesamt 6 Jungen, was ja schon eher ungewöhnlich ist. Meistens sah ich 4 Eier im Nest.

Die Uferschnepfen habe ich leider auch nicht mehr gefunden, stattdessen entdeckt ich, dass die Wiesen derzeit an vielen Stellen gemäht werden, was mich dann doch sehr wundert…zur Brutzeit Wiesen mähen??? Andere Länder, andere Sitten.

Und das ist der Hammer des Abends, mein bestes Foto der Fahrt! Rohrweihe mit Jungvogel…vom Männchen gebracht…und dazu ihr eigener Fang, Kröte oä.

Nachfolgend ein Ausschnitt:

Dann zog es mich nochmal zum Wagejot, und dieses Mal präsentierte eine Familie 5 Küken…waren es die von heute Morgen, nur schon einer weniger….möglich ist es. Auf jeden Fall gab es ein ordentliches Gedrängel unter dem Gefieder, und für 5 Küken war selten Platz, da musste dann schon das andere Elternteil mithelfen.Die nachfolgenden 3 Fotos sind Vollformat:600+ 1.4x Konverter. Ohne Konverter wäre manchmal nicht schlecht gewesen, aber wenn das ein einzelnes Küken losrannte,fehlte der Konverter, also wieder umrüsten.

Allmählich muss ich mich mal schonen, Muskelkater und Rückenschmerzen vom vielen auf dem Boden rumkrauchen.Aber Fotos aus tiefer Perspektive sind natürlich deutlich schöner als von oben herab.

Anschließend ließ ich mir Folgendes schmecken:

Als Gruß aus der Küche: Champignon mit Brie, Vorspeisengericht Vitello tonnato und als Nachspeise weiße Schokoladenmousse mit Erdbeeren von Texel. War alles wieder sehr lecker, Leon, Gruß an die Küche!

Da ich keine Schlechtwetterfotografin bin, konnte das das Fotoequipment heute mal ausruhen und außer der folgenden Fotos des heutigen essens gibt es keine neuen Fotos.

Gruß aus der Küche: Brennesselkäse-Toast

Dreierlei vom Fisch: Tunfischtartar, Wattenmeerkrabben Texel und Lachs

Zitronenparfait und Käseküchlein

 

Und damit endet der Bericht, denn am nächsten Tag gings  wieder nach Hause.

 

 

 

6 Kommentare zu Woche 2

  1. edeltraud sagt:

    mein Hit an diesem Tag, natürlich das Blaukehlchen….ich bin hin und weg. Bei mir hier sind Bienenfresser, auch das ist für mich der Hit im Jahr…
    Das feine Essen lässt auch keine Wünsche übrig. Dir guten Appetitt und natürlich viele Motive und immer gut Licht.
    lg edeltraud

  2. Helmut sagt:

    Na, das war ja eine reiche Ausbeute, liebe Maria!

    Viele Grüße aus der Heimat!

    Deine Uschi, Dein Helmut!

  3. Leon Sieprath sagt:

    Herzlichen Dank für die schöne Foto’s vom Essen jeden Tag. Das Essem sieht jetzt noch besser aus als in Wirklichkeit. Ich hoffe das es jedesmal geschmeckt hat. Ich habe Sie gestern – Donnerstag – vermist. Grüsse Leon.

  4. Thomas Rasel sagt:

    Hallo Maria,
    schöner Bericht und Klasse Fotos… beim Essen habe ich gleich weiter gescrollt, sonst überkommt mich der Hunger! Weiterhin viel Erfolg!

    LG Thomas

  5. hallo maria und hans,
    gerne habe ich bei euch gestöbert und vieles gefunden, was mir sehr gefallen hat.
    manche stellen auf texel habe ich dieses jahr auch kennenlernen dürfen ( allerdings war ich nur 4 tage vor ort, was sich sicher nächstes jahr ändern wird ).
    die tieraufnahmen sind sehr natürlich und authentisch, was mir persönlich sehr zusagt.
    die visuelle reise durch texel hat mir gezeigt, was ich versäumt bzw. ich noch nachholen muss und eure gourmet-aufnahmen haben meine magensäfte derart angeregt, dass ich jetzt unbedingt mein frühstück zu mir nehmen muss :-))
    lieben gruss editha

  6. Hallo Maria,
    klasse, jetzt habe ich es gefunden! Bin schwer beeindruckt von der Fülle und der Artenvielfalt! Insbesondere die Weihen Aufnahmen sind der Hammer, da ist mir gar nichts gelungen! Auch sonst, waren die Tage vor meiner Anreise (Pfingsten) wohl noch die besseren zum Vögelbeobachten! Jedenfalls: Daumen hoch und liebe Grüße an deinen Mann!
    Thomas

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